Archiv für Dezember 2006

Guten Rutsch

silvester arbeiten keine ganz so gute idee! sylvester in neukölln arbeiten überhaupt keine gute idee !
da ich aber das risiko liebe und und immer für einen thrill zu haben bin, habe ich also auch dieses jahr beschlossen wieder einen schönen spätdienst am 31.12. zu übernehmen.
heute habe ich schon wieder jauchzend einen kleinen vorgeschmack auf daß bekommen was mich am silvesterabend erwarten wird – KNALLER !
fast hätte es mir den kopf weggerissen. es gibt halt leute die machen sich einen spass daraus, den illegal eingeführten sprengsatz aus dem heimischen hinterhalt, auf zivilbevölkerung abzufeuern.
eine situation die die volle beherrschung des drahtesels erfordert ist die des beschusses vom bürgersteig aus! natürlich, während man auf der nicht ganz so gut befahrenen sonnenallee unterwegs ist ! ja, ich liebe das risiko!
es kommt eigentlich nicht auf die form der gefahr an, sondern wie man ihr gegenübertritt !
es gibt also ein paar punkte die man beachten sollte !
( hierbei möchte ich mich bei kmosh bedanken der mir, warum auch immer sein surrvivel buch überließ !!! DANKE !)

1. Fangen sie nicht an die schüsse zu zählen !
sie wissen nicht ob der schütze noch zusätzliche munition dabei hat.
schüsse werden nur im film gezählt.

2. entfernen sie sich so weit wie möglich.
ein untrainierter schütze wird auf einer entfernung von zwanzig metern nur selten genau treffen.

3.rennen oder fahren sie schnell weg, aber laufen sie nicht in einer geraden linie. schlagen sie haken nach rechts und links, um es den schützen schwerer zu machen, auf sie zu zielen.
ein durchschnittlicher schütze wird nicht das nötige training haben, um aus einiger entfernung auf ein sich bewegendes ziel zu schiessen.

falls das alles nichts helfen sollte empfehle ich die konventionellere form – eine gute alte rüstung !
das einzige problem das sich jetzt noch stellen würde ist, wie ich an den kran und an die person komme die mich auf mein fahrrad hebt !

Ein anderer Rave ist möglich

„Der Untergrund klaut sich die Party zurück“

Alle Jahre wieder …..

… wurde das haustier mit nahrungsmitteln vollgestopft die es nicht vertrug.
… musste ich daraufhin von 04.00 – 06.00 Uhr mit dem kranken stinktier im kalten verweilen.
… wurde zum 1000. mal dieser film geschaut.

… wollte ich nach dem ersten tag wieder nach haus.
… wurde glücklicherweise niemand beim tranchieren der ente verletzt.

tschüss weihnachten und garantiert im nächsten jahr wieder !

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da jetzt wahrscheinlich wirklich weihnachten ist, muss ich das tun was ein peter tun muss ! das karrierte köfferchen gepackt das haustier an die leine und dem weihnachtsmann auf den schlitten gesprungen ! ich werde mich kurz in leipzig absetzen lassen und morgen dann weiter in den schönen südharz kutschieren.
dampfende leckereien werden wohl dann auf mich warten und das mütterchen wird die ganze zeit um mich herumspringen und fragen ob ich auch wirklich genug gegessen habe. mit dem vater werde ich zu 99% ernst busch lieder trällern und danach gleich die nächste tierdoku schauen. hach und da soll noch mal einer sagen das weihnachten nicht anstregend sei.
ich sag mal „Ho Ho“ und bis die tage !

euer Peter

By Elke Nonnenmacher

Der Taxifahrer fährt so langsam. Obwohl hier garnichts ist, nachts um vier. Sieht er Freunde oder liegt es an der Ampel ganz da vorne, die rot ist?
Was geht ab? Soll ich ihn mal fragen? Ach, da steht eine Frau auf der Straße und winkt hektisch. Ist wohl betrunken. Taxi hält an. Die Frau will, daß wir ins Krankenhaus fahren oder einen Arzt rufen. Der Taxifahrer ist sofort überfordert und weiß die Hausnummer nicht. Er will die Feuerwehr rufen, aber das kann er nicht, wenn er die Hausnummer nicht weiß. Die Frau will hauptsächlich, daß wir jetzt gleich etwas tun. Es geht um eine Katze, die auf der Straße liegt. Ich krame nach meinem Handy und schalte es ein. Der Taxifahrer ruft aber schon über die Zentrale die Feuerwehr. Die Frau hockt neben der Katze, weint und streichelt. Es hat vielleicht geregnet. Ich biete dem Taxifahrer eine Zigarette an. Er hat die Uhr ausgeschaltet als wir angehalten haben. Das fand sích sehr in Ordnung. Die Katze liegt am Straßenrand, neben den geparkten Autos. Ich hocke mich zu der Frau und streichle probeweise auch mal. Die Katze ist tot. Offensichtlich. Frau weint und streichelt. Ich frage: welche Katze, warum hier? Weshalb tot frage ich noch nicht, weil ich denke, das hat sie noch nicht realisiert. Die Frau ist sehr traurig. Die Feuerwehr scheint unterwegs zu sein. Frage den Taxifahrer, ob es o.k. ist noch ein Weilchen zu warten. Will eine weinende Frau nicht alleine auf der Straße lassen. Frau streichelt Katze und weint. Hat Ehering an der Hand. Ich frage weiter. Fakten, denke ich, bringen wieder eine Basis in die Situation. Mag nicht die eh schon tote Katze streicheln. Man müßte die Frau streicheln, in den Arm nehmen, ist so traurig, aber ich kenn sie ja kaum.

Katze ist Kater sagt sie, ist weggelaufen, ist jetzt tot. Das hat sie inzwischen gemerkt. Frau hat Mann zuhause, will Katze einbuddeln, nicht verbrennen lassen. Schaue, was Taxifahrer macht. Rucksack und die orangene Nudelsalatschüssel sind noch im Wagen, fällt mir ein. Taxifahrer sagt, er muß sowieso auf Feuerwehr warten, weil er sie gerufen hat. Frau sagt, sie geht ihren Mann holen. Hat ein rotes Fahrrad, Mann wohnt um die Ecke. Taxifahrer und ich stehen neben der toten Katze. Fällt mir schwer eine Beziehung zu dem Tier aufzubauen, das eh schon tot ist. Taxifahrer versucht Beziehung zu mir aufzubauen. Fragt mich, ob mein Partner nicht wartet. Der schläft schon, sage ich, macht keinen Unterschied ob ich eine Viertelstunde früher oder später nach Hause komme. Ist natürlich gelogen, weil Carsten ja auf dem Land ist, aber einfacher. Eigentlich ist er nett, der Taxifahrer. Ich erkläre ihm, daß mir diese tote Katze scheißegal ist, aber man die Frau nicht so alleine lassen darf. Glaub nicht, daß ihn das kümmert. Wir stehen direkt neben der Katze. Ich will nicht, daß ein Auto drüber fährt und das Tier zermanscht. Die Frau hat erzählt, daß der Kater vor vier Wochen abgehauen ist. Schon blöd, das Vieh dann nachts um vier tot auf der Strasse zu finden. Die Frau kommt tatsächlich wieder, ohne Fahrrad, mit Mann. Der läuft hinter ihr. Der Mann hebt Katze auf. Die Frau weint immer noch. Irgendetwas stimmt nicht, der sollte sie in den Arm nehmen und trösten, tut er aber nicht. „Guten Abend“, sage ich förmlich. Jemand muß die Form wahren. Mann steht da mit toter, steifer Katze auf dem Arm, sieht irgendwie erstaunt aus, seine Hose ist zerrissen. Taxifahrer fragt, ob sie nichtmehr auf Feuerwehr
warten wollen. Wollen sie nicht, da Katze ja sowieso tot. Zentrale schlägt vor, Tier mit nächstem Taxi wegzufahren, ich sage jaja, nächstes Taxi, Frau sagt nö, will verbuddeln, nicht verbrennen, Mann sagt, wieso, der ist doch tot. Mann geht mit toter Katze in Richtung nach Hause, Frau geht in andere Richtung. Vielleicht sucht sie noch was? Kehrt aber wieder um. Taxifahrer und ich fahren los. Es wird schon wieder hell. Ich gebe etwas mehr Trinkgeld als sonst. Vor der Wohnungstür gegenüber, im zweiten Stock, sitzt ein Vogel und schläft. Ich schau zweimal, Federball mit Vogelkopf, fliegt nicht weg, lebt aber noch. Guckt ein bischen. Ich beschließe den Vogel nicht wegzuräumen, obwohl ich Angst habe, daß die dicke Nachbarin morgens drauftritt.